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BARANKA PARK GEDENKFEIERvon 19. bis 20. Mai 2013
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freunde,
am 19. und 20. Mai 2013 veranstalten wir zum fünften Mal die Baranka Park Gedenkfeier
im Baranka Park (Hellerwiese) im 10. Bezirk.
Die Hellerwiese war bis vor 70 Jahren Lager- und Rastplatz
der Sinti- und Roma-Familien, die mit Teppichen, Stoffen
und Pferden bis in das Grazer Becken handelten.
1941 verloren sich die Spuren der meisten von ihnen im Gas
der Konzentrationslager. Nur wenige überlebten.
Zur Erinnerung wurde vor einigen Jahren ein Gedenkstein
errichtet und ein roter Kastanienbaum, Lieblingsbaum der
Roma, gepflanzt. Der Park am Belgradplatz heißt seitdem
offiziell Baranka Park, nach der Großmutter von Mongo
Stojka.
Um den Grund für dieses Denkmal in Erinnerung zu behalten, ist diese Gedenkfreier schon
zur Tradition geworden und wird jährlich um den 20.Mai vom Gipsy Music Association
veranstaltet.
„Auf den damals noch unverbauten Flächen im Herzen von Favoriten ist
Ausländerfeindlichkeit ein Fremdwort gewesen“, erinnerte sich Mongo Stojka, Initiator
dieses Denkmals. Die Baranka Park Gedenkfeier hat es sich zum Ziel gesetzt an die Roma
und Sinti, die von der Gestapo im Jahr 1941 verschleppt wurden, zu erinnern.
Um dieses Erinnern auch auf der historischen Hellerwiese sichtbar zu machen, wird am
Pfingstmontag, den 20.5., ein Roma Musik Repertoire geboten. Sowohl das Harri Stojkas
Ensemble als auch die Moša Šišic Band bringen uns Roma Musik näher. Unter der Leitung
von Ivana Ferencova wird ein Chor der Volksschule Bernhardtstalgasse 19 (neue Adresse:
Quellenstraße 142) Lieder der Roma singen. Am Sonntag, den 19.5., wird ein ganztägiges
Open Air Kino veranstaltet, um die Öffentlichkeit auf diese Weise über die Roma Kultur
aufzuklären. Um auch an das „Wienerische“ anzuknüpfen wurde der bekannte Blues und
Rock`n`Roller Gitarrist und Sänger Ulli Bäer eingeladen bei dieser Gedenkfeier am 20.5.
aufzutreten.

| Programm |
19.-20. Mai 2013 |
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19. Mai 2013
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Open Air Kino
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16:00 - 21:30
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20. Mai 2013
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Musikprogramm und Lesung
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17:00 - 22:00
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19. Mai 2013 - Open Air Kino - (16:00 - 22:00)
USC SHOAH FOUNDATION INSTITUTE for visual and historical Education, 1998, 130 Min.
Video- Interview mit Johann Mongo Stojka am 22.April 1998
(17:40 Uhr – 19:50 Uhr)
Prof. Johann Mongo Stojka ist österreichischer Sänger, Gitarrist und Autor. Stojka ist ein Rom vom
Stamm der Lovara. Selbst Musiker, ist er auch Vater des Jazz-Gitarristen Harri Stojka. Seine
Geschwister sind Ceija und Karl Stojka.
Er überlebte die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, Buchenwald sowie Dachau. Von seiner
Familie von rund 200 Personen überlebten nur sechs den Völkermord der Nationalsozialisten
(Porajmos). Viele Jahre lang konnte er nicht über diese Zeit sprechen. Erst sein Sohn Harri
überzeugte ihn über sein Leben zu berichten, was er zuerst für die von Steven Spielberg gegründete Shoah Foundation, danach auch in seinem Buch Papierene Kinder.
In dieser Videoaufzeichnung spricht Mongo Stojka über die Kultur der Roma, über die Verfolgung und
Leiden der Roma im 2. Weltkrieg, über die Zeit danach und über die Geschehnissen auf der Baranka Park Hellerwiese.
Da Denkmäler und andere Erinnerungszeichen vielfach einen individuell-biographischen Zugang zu
den Opfern von Verfolgung ermöglichen, stand die Rekonstruktion deren Schicksals im Mittelpunkt
der Recherchen. Mit der Dokumentation der Einzelschicksale, werden die Dimensionen der
Gewaltherrschaft konkret und nachvollziehbar gemacht und können nachhaltig im kollektiven
Gedächtnis verankert werden. Gedenken und Mahnen ist somit nicht bloß eine wissenschaftliche
Dokumentation, sondern selbst ein Medium der Erinnerung.
GYPSY SPIRIT – Harri Stojka eine Reise, Austria / Indien 2010, Dokumentarfilm, 91 Min.
(16:00 Uhr bis 17:30 Uhr und dann nochmals von 20:00 bis 21:30 Uhr)
Text von Musikexperten Walter Gröbchen
Die frühe Geschichte der Roma- Kultur liegt weitgehend im Dunkeln. Als gesichert gilt die Annahme,dass das Volk der Roma einst von Indien aus zu einer großen, bis heute nicht enden wollenden Reise aufbrach. Ihr Weg führte und führt über Jahrhunderte, eventuell Jahr- tausende hinweg durch unzählige Länder, Kulturkreise, Hemisphären. Die einzige Heimat, die dem fahrenden Volk blieb, war die eigene Kultur, zuvorderst die Musik. Roma- Musiker tragen die Fähigkeit in sich, unterschiedlichste musikalische Einflüsse aufzugreifen und in ihren persönlichen Stil und ihre individuelle Spielweise zu integrieren.
Trotz gemeinsamer Wurzeln und einem Fundament traditioneller Tonleitern und Harmonien gibt es – einige wenige Lieder ausgenommen – keine einheitliche Roma- Musik. Im Gegenteil: Sie ist so vielfältig wie die Weltgegenden, in denen ihre Interpreten und Hörer leben. In Mitteleuropa konnten sich, trotz Ausgrenzung und Verfolgung von Roma und Sinti verschiedene Biotope, Ü̈berlieferungen und Spielweisen entwickeln. Forscht man nach den Wurzeln des "Gypsy Spirit", führen alle Wege wieder zurück nach Osten, zum Urgrund der eigenen Identität und Existenz: nach Indien. GYPSY SPIRIT ist kein Musikfilm der üblichen Art. Er transportiert keine Rock-'n'-Roll-Klischees, keine grellen Machoismen, Pop-Philosophien und Business-Imperative, keine distinguierte Klassik-Hochkultur westlicher Prägung. Hier prallen Welten aufeinander, die eigentlich zusammengehören und nur einer sanften Zusammenführung bedürfen. Diese Verschmelzung ist das zentrale Motiv der filmischen Erkundungsfahrt: Harri Stojka, Roma- Musiker aus Wien, begibt sich in Rajasthan (Indien) auf die Suche nach seinen musikalischen und ethnischen Wurzeln.
20. Mai - Musikprogramm und Lesung - (17 - 22 Uhr)
Chor der Volsschule Bernhardtstalgasse 19, neue Adresse: Quellenstraße 142
unter der Leitung von Ivana Ferencova 17.00- 17.30 Uhr *)
Ivana Ferencova und die Schüler der Schule aus Favoriten präsentieren traditionellen Roma
Lieder.
Ferencova ist Roma Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin, Autorin und Komponistin. Sie
studierte Schauspiel und Tanz am Roma- Musik- und Schauspielkonservatorium in Kosice.
Seit 2001 lebt sie hier in Österreich und hat Engagements beim Roma-Theatro ROTA unter
der Leitung von Obrad Jovanovic, machte viele Tanz und Gesangsworkshops ganz in der
Roma - Tradition mit Kindern, aber auch mit Erwachsenen, die an der Kultur und der
Sprache der Roma interessiert sind.
http://cba.fro.at/58374
Ulli Bäer Band 17:45- 18.45 Uhr *)
Uli Bäer ist als Gitarrist, Sänger und Komponist tätig. Bäer heute zu den gefragtesten Liveund
Studio- musikern in Österreich.
http://www.ullibaer.at/
Lesung: In Memoriam Ceija Stojka 18.45- 19:15 Uhr *)
Marion Dworzack liest aus den Werken von Ceija Stojka.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ceija_Stojka
Moša Šišic Band (Balkan Roma Musik Tradition) 19:30- 20:30 Uhr *)
Moša Šišic stammt aus einer jugoslawischen Roma-Musikerfamilie, die seit Generationen
Virtuosen hervorbrachte, und lernte das Geigenspiel ab seinem 6. Lebensjahr.
http://www.mosa-sisic.at/
Harri Stojka Band – Roma Musik aus Europa 20:45- 21:45 Uhr *)
Harri Stojka ist österreichischer Gitarrist, Komponist, Arrangeur, Bandleader und Sänger,
der als einer der bedeutendsten österreichischen Jazz-Musiker der Gegenwart gilt. Harri
entstammt der Lovara- Roma- Dynastie vom Stamm der Bagareschtschi und zählt zu den
prominentesten und engagierten Unterstützer für die Rechte der Roma.
www.harristojka.at
*) das können nur ungefähre Zeitangaben sein. Zeitliche Änderungen sind unvermeidbar – dies bitte einberechnen!
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